Selbstmanagement am Arbeitsplatz

Befragt man Menschen zu ihrer Arbeitszufriedenheit, fällt es ihnen meist nicht schwer äußere Rahmenbedingungen aufzuzählen, die den Arbeitsalltag erleichtern oder erschweren.

Die Fokussierung auf die äußeren Bedingungen ist aber nur ein Teil der Medaille. Vielmehr sind für die eigene Zufriedenheit am Arbeitsplatz auch psychologische Fertigkeiten von Bedeutung, die sich gut unter dem Begriff Selbstmanagement zusammenfassen lassen. Definitionsgemäß sind Menschen mit hohen Selbstmanagementfähigkeiten in der Lage ihre persönlichen und beruflichen Ziele selbst zu gestalten – und selbst zu verantworten.

Natürlich spielen dabei Rahmenbedingungen am Arbeitsplatz eine Rolle, diese werden aber meist nicht auf Veränderbarkeit überprüft. Insbesondere Gedanken haben die mächtige Fähigkeit, Selbstmanagement und Veränderungsprozesse am Arbeitsplatz zu fördern: „Ich kann das.“ Aber eben auch zu hemmen: „Das wird doch sowieso nichts.“

Eine chronische Erkrankung kann einen sehr großen und auch negativen Einfluss auf die tatsächlichen und wahrgenommenen Fähigkeiten ausüben und das auf vielfältige Weise:

  • Körperliche Einschränkungen können zu einem verkleinerten Aktionsradius führen, bestimmte Abteilungen, die Kantine oder Arbeitstermine können nur noch schwer erreicht bzw. wahrgenommen werden, dies kann einen sozialen Rückzug weiter verstärken.
  • Ängste und Vorurteile in Bezug auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit verunsichern sowohl Erkrankte selbst als auch Vorgesetzte und Kollegen.
  • Den meisten Menschen ist viel zu wenig bewusst, welche eigenen Gestaltungsmöglichkeiten sich auch mit einer chronischen Erkrankung ergeben können.
  • Immer noch zu wenig Menschen mit einer chronischen Erkrankung holen sich bei Problemen am Arbeitsplatz Unterstützung bei einem Psychologen/Coach, immer noch zu häufig und zu schnell wird der Weg in die Rente gegangen (auch wenn eine Berentung für manche natürlich ein guter Weg sein kann).
  • Vielen Menschen sind auch die Zusammenhänge zwischen eigenen Gedanken, Gefühlen und ihrem Verhalten nicht klar, sodass oft das Gefühl entsteht, passiv auf die Umgebung zu reagieren im Sinne von „Mir bleibt gar nichts anderes übrig.“
  • Einigen Menschen mit einer chronischen Erkrankung geht aufgrund des manchmal unberechenbaren Verlaufes (vorübergehend) auch das Gefühl für die eigene Selbstverantwortung verloren. Der mit der Krankheit einhergehende Kontrollverlust scheint sich gefühlt auf alle Lebensbereiche auszudehnen.

Selbstmanagement fängt aber nicht erst am Arbeitsplatz an, sondern umfasst im Grunde alle Lebensbereiche gleichzeitig. Voraussetzung ist allerdings, dass Menschen die volle Verantwortung für ihre Entscheidungen und ihr Verhalten übernehmen.

Menschen mit einem gelingenden Selbstmanagement sind sich im wahrsten Sinne des Wortes ihrer selbst bewusst: Sie wissen um ihre Stärken und Schwächen, sie kennen ihre körperlichen und seelischen Bedürfnisse und sie sind überzeugt, dass es ihnen auch am Arbeitsplatz gut gehen darf. Gerade der letzte Punkt ist für viele Menschen alles andere als selbstverständlich. Viele Menschen überhören aus lauter Angst vor einem Jobverlust und den damit verbundenen Existenzängsten wichtige körperliche und seelische Warnsignale, achten nicht auf eigene Grenzen, Pausen oder Erschöpfungszeichen. Manchmal so lange, dass irgendwann nur noch die Entscheidung zwischen „ganz oder gar nicht“ getroffen werden kann. Ein gutes Selbstmanagement kann dieser schwarz-weiß-Entwicklung oft Einhalt gebieten und Leistungsfähigkeit und Gesundheit gleichermaßen schützen.

Ein einfaches Beispiel soll dies verdeutlichen:

Herr K. arbeitet 8 Stunden täglich als Industriekaufmann vorwiegend sitzend im Büro. Er hat Multiple Sklerose (MS) und sehr stark mit Fatigue zu kämpfen (Erschöpfungssymptomatik, die mehr oder weniger ausgeprägt bei verschiedenen chronischen Erkrankungen vorkommen kann). Eigentlich ist ihm klar, dass er vor allem mittags seine Pause anders gestalten müsste, er traut sich aber nicht seine Vorgesetzten danach zu fragen, ob ein Ruheraum eingerichtet werden könnte. Nach der Mittagspause kann er kaum die Augen offen halten und hofft, dass niemand seine Erschöpfung mitbekommt. Nach Feierabend schläft er meist auf der Couch zu Hause ein, wird nach 2 Stunden wach und kann abends dann nicht einschlafen. So passiert es, dass er häufig bis spät abends Fernsehen schaut und am Morgen entsprechend schlecht aus dem Bett kommt.

Hier stören mehrere Faktoren erfolgreiches Selbstmanagement:

  • Herr K. hat tatsächlich MS-bedingte Einschränkungen, hat aber zusätzlich vermutlich folgende ungünstige Gedanken, die er bisher aus Angst überhaupt nicht überprüft hat:

a) „Es darf keiner mitbekommen wie erschöpft ich bin, sonst bekomme ich nachher die Kündigung.“

b) „Ein Ruheraum ist was für Faule, ich muss mich nur ordentlich zusammenreißen, dann geht das schon irgendwie.“

  • Darüber hinaus ist er in eine Art Teufelskreis geraten, aus dem er bisher nicht herauskommt. Sein Schlaf-Wach-Rhythmus ist gestört, die Pausen passen weder zu seinen Bedürfnissen noch zu den Rahmenbedingungen am Arbeitsplatz. Vermutlich spielen auch hier ungünstige Bewertungen eine entscheidende Rolle:

a) „Diese Fatigue ist das schlimmste Symptom. Ich bin der Fatigue völlig ausgeliefert.“

b) „Gegen das Einschlafen am Nachmittag kann ich nichts ausrichten. Mein Körper holt sich dann einfach was er braucht.“

c) „Ich tue doch sowieso nichts anderes mehr als schlafen oder arbeiten, dann kann ich doch wenigstens abends noch was Nettes im Fernsehen gucken. Das habe ich mir verdient.“

Die meisten Gedanken sind auf den ersten Blick ja sogar nachvollziehbar. Nachvollziehbar bedeutet aber nicht, dass sie auch hilfreich sind. Im Gegenteil: Diese Bewertungen lassen Herrn K. in einer sehr schwierigen Arbeitssituation verhaften. Auch seiner Selbstverantwortung kommt er an vielen Stellen nicht nach.

Hier kann ein Blick auf die Bedürfnisse helfen. Aus den Gedanken kann auch abgeleitet werden was Herrn K. wichtig ist.

  • Es ist ihm wichtig, auch mit MS als vollwertiger und fleißiger Arbeitnehmer wahrgenommen zu werden.
  • Er braucht Pausen, um mit der Fatigue irgendwie umgehen zu können.
  • Er möchte nicht nur schlafen und arbeiten, sondern auch was Schönes am Tag erleben.

Für die Wahrnehmung und Erfüllung seiner Bedürfnisse ist Herr K. absolut alleinverantwortlich. Damit hat der Arbeitgeber zunächst nichts zu tun.

Wie sähe also jetzt ein eigenverantwortlicher Umgang aus? Dazu müsste sich Herr K. mit seinen bisherigen Bewertungen auseinandersetzen und diese nicht einfach für wahr halten, sondern sie kritisch prüfen. Am einfachsten ist es sicherlich, zunächst mit denen anzufangen, die wirklich unabhängig vom Arbeitgeber sind, also den Teufelskreis aus Schlaf-Wach-Rhythmus und Fatigue näher zu betrachten. Er könnte sich zum Beispiel fragen, was er – ohne seinen Arbeitgeber nach einem Ruheraum fragen zu müssen – tun könnte,

  • um abends nicht zu lange fernzusehen,
  • um die Ausruhzeit nach Feierabend so weit zu begrenzen, dass er abends trotzdem einschlafen kann,
  • um nach Feierabend das Gefühl zu haben, etwas Schönes, außer schlafen und arbeiten, getan zu haben.

Da es keine vorgefertigten Patentlösungen gibt, spielt beim Selbstmanagement vor allem das Experimentieren im Rahmen einer strukturierten Problemlösung eine Rolle. Die einzelnen Schritte beim Problemlösen sind folgende:

  1. Problem benennen: Worum geht es?
  2. Ziel bestimmen: Was genau möchte ich erreichen oder ändern?
  3. Spontane Ideensammlung: Was könnte ich machen, um mein Ziel zu erreichen?
  4. Konsequenzen: Was könnte dabei passieren – positiv und negativ?
  5. Eine Lösungsidee aussuchen
  6. Umsetzen dieser Idee, Handeln
  7. Überprüfung und Bewertung: Hat die Lösung schon zum Ziel geführt oder nicht?

Wenn die gewählte Lösung noch nicht erfolgreich oder passend war, wieder bei Punkt 5 beginnen oder sogar eine neue Ideensammlung mit den neuen Informationen oder Erfahrungen aus der gescheiterten Lösung beginnen.

Dieses Vorgehen nimmt vor allem Bedenkenträgern im Sinne von „Das klappt doch sowieso nicht“ den Wind aus den Segeln. Zu Beginn des Problemlösens ist völlig offen, ob die gewählte Lösung bereits zum Ziel führt oder noch nicht. Aber auch für die Fehlversuche besteht Eigenverantwortung.

Das erklärt auch, warum Ratschläge durch andere Menschen selten zum Erfolg führen. Falls überhaupt Motivation besteht, „fremde“ Lösungen auszuprobieren, kann das eigene Scheitern immer auf die anderen Personen zurückgeführt werden und verhindert Selbstmanagement sehr erfolgreich.

Bei der Ideensammlung können sehr gut andere Menschen einbezogen werden, die vielleicht noch neue Ideen beisteuern. Welche davon tatsächlich ausgewählt werden, liegt aber wieder in der Selbstverantwortung des Einzelnen.

Herr K. entscheidet sich nach einigen Überlegungen und der Unterstützung seiner Frau bei der Ideensammlung zu folgenden Experimenten:

  • Er begrenzt die nachmittägliche Ruhezeit auf eine Stunde und geht dann mit seiner Frau eine Runde an die frische Luft.
  • Er sucht sich gezielt Sendungen aus, um nicht vor dem Fernseher „zu versacken“ und stellt den Timer des Fernsehers.
  • Er nimmt sich vor, vor dem Einschlafen mal wieder ein Buch zu lesen.

Herr K. beobachtet bei seinen Lösungsversuchen folgendes:

  • Das Lesen vor dem Einschlafen macht ihm doch keinen Spaß.
  • Die Fernsehzeit zu begrenzen erlebt er als wohltuend, schläft abends besser ein und kommt morgens etwas besser raus.
  • Die eine Stunde Ruhezeit ist nicht immer ausreichend und er kann sich dann nur schwer zu den Spaziergängen aufraffen. An anderen Tagen tun ihm diese jedoch sehr gut.
  • Auf sein Tief am Mittag hat das alles keinen positiven Einfluss.

Bei Herrn K. steigt vor allem Ärger auf. Er ärgert sich, dass die MS bzw. die Fatigue ihm seinen Arbeitstag so stark erschweren. Nach wie vor denkt er, bei der Fatigue müsse man sich nur zusammenreißen, dann würde es schon gehen. Was Herrn K. also vor allem fehlt, sind fachlich fundierte Informationen, um diese ungünstige Bewertung in Frage zu stellen. Selbstverantwortung beinhaltet also auch, sich über die eigenen Symptome zu informieren, sich den Schwierigkeiten zu stellen, auch wenn man sie am liebsten gar nicht hätte. Als Herr K. sich schließlich überwindet eine Broschüre zu lesen, entlasten ihn die Informationen deutlich. Das dort beschriebene Fatiguemanagement findet er überzeugend.

Herr K. denkt nun zunehmend darüber nach, wie er seinen Arbeitgeber von einem Ruheraum überzeugen kann, traut sich aber immer noch nicht richtig. Seine größte Sorge ist, dass auch die Pause am Mittag keinen positiven Einfluss auf seine nachmittägliche Leistungsfähigkeit haben könnte. Er will in jedem Fall sichergehen, dass die Pause auch etwas bringt, bevor er seinem Chef dies vorschlägt.

Auch hier wendet Herr K. wieder die einzelnen Problemlöseschritte von oben an und entscheidet sich zunächst für folgenden Versuch:

Er macht eine „Testwoche“, bei der er sich ab mittags frei nimmt und sich zu Hause eine halbe Stunde ausruht.

Dabei macht er folgende Beobachtungen: Wenn er die Pause vor 14 Uhr macht ist sie am erholsamsten, er hat danach Energie und Lust noch aktiv etwas zu machen, bevor er am frühen Abend eine weitere Auszeit braucht. Außerdem fühlt er sich schon morgens weniger angestrengt, wenn er weiß, dass er mittags eine Pause haben wird.

Dies motiviert ihn, dann doch das Gespräch mit seinem Vorgesetzten zu suchen. Dabei bemüht er sich, so konkret wie möglich seine Bedürfnisse zu formulieren. Aus anderen Gesprächen am Arbeitsplatz weiß er, dass er auch die Vorteile für den Arbeitgeber im Blick haben sollte.

Im Sinne der Selbstverantwortung formuliert er folgende Bitte:

„Ich merke seit einiger Zeit, dass ich mittags ein Leistungstief habe. Ich habe selbst schon einige Dinge in meinem Alltag und meiner Freizeit verändert, um meine Leistungsfähigkeit zu verbessern. Dabei habe ich auch ausprobiert, wie sich eine Ruhephase zur Mittagszeit auf meine Leistungsfähigkeit auswirkt. Ich habe festgestellt, dass ich danach deutlich effektiver und konzentrierter bis zum Feierabend arbeiten kann und vermute dann auch mehr zu schaffen. Aus diesem Grund wollte ich fragen, ob es möglich wäre, einen Ruheraum einzurichten, in den ich mich während meiner Pause einige Zeit zurückziehen könnte.“

Dieser Wunsch ist positiv formuliert und betont deutlich die Motivation, gute Arbeit zu leisten. Herr K. handelt also ganz im Sinne der Selbstverantwortung. Bei dieser Formulierung spielt auch überhaupt keine Rolle, ob die Diagnose MS am Arbeitsplatz bekannt ist oder nicht.

Völlig unabhängig davon ist jetzt die Reaktion des Arbeitgebers. Natürlich ist es möglich, dass dieser die Idee abschmettert oder für Blödsinn hält. Da man die Art der Reaktion aber in den allermeisten Fällen nicht sicher vorhersehen kann, macht es auch keinen Sinn, seinen eigenen Ängsten zu glauben und es gar nicht erst zu versuchen, für die eigenen Bedürfnisse einzustehen. Die Chance, dass solchen Bitten nachgekommen wird, erhöht sich bei der geschilderten Vorgehensweise deutlich. Eine Garantie gibt es trotzdem nicht.

Herrn K. ist es sehr gut gelungen, seine eigenen Befürchtungen zur Seite zu schieben und mit einer kreativen Problemlösung zu beginnen.

Die meisten Menschen straucheln aber bereits auf der Ebene der Bewertungen. Das liegt daran, dass die eigenen Gedanken bzw. Bewertungen für wahr gehalten werden. Dem liegt eine sogenannte kognitive (also auf das Denken bezogene) Verzerrung zugrunde, dass Dinge für wahr gehalten werden, weil sie sich wahr anfühlen. Dabei wird das Gefühl als einziger Beweis herangezogen und nicht mehr nach objektiven Beweisen weitergesucht.

Herr K.s erste Überzeugung „Es darf keiner mitbekommen wie erschöpft ich bin, sonst bekomme ich nachher die Kündigung“ ist vor allem auf Angst aufgebaut. Dieses starke Gefühl scheint auf den ersten Blick ein starker Beweis zu sein. Aber welche Beweise hat Herr K. für diese Befürchtung wirklich?

Dazu könnte er sich fragen, wie vielen Mitarbeitern aus diesen Gründen schon gekündigt wurde. Es fällt ihm tatsächlich keiner ein. Aber er hat einmal mitbekommen, wie ein Kollege angesprochen wurde, weil dieser viele einzelne Fehltage ohne AU hatte, aber auch dieser Kollege wird nach wie vor beschäftigt.

Die nächste Frage wäre die Frage nach Gegenbeweisen: Was spricht dagegen, dass er wegen seiner Erschöpfung sofort die Kündigung bekommen würde? Dagegen spricht, dass er erst vor Kurzem eine sehr positive Rückmeldung von seinem Chef bekommen hat. Dagegen spricht auch, dass er in einem netten Team arbeitet, in dem sich die Kollegen unterstützen.

Gehen wir jetzt von dem Fall aus, dass ihm ein Kollege einfällt, dem vor einiger Zeit gekündigt wurde. Dieser Kollege hatte lange krankheitsbedingte Fehlzeiten, machte zuletzt viele Fehler, die er versuchte zu vertuschen, was das Vertrauensverhältnis sehr belastete.

Dies könnte als Beweis gewertet werden, dass die Befürchtung wahr ist. Aber selbst wenn die Befürchtung einen wahren Kern haben sollte, stellt sich in einem zweiten Schritt die Frage: Wie hilfreich ist diese Bewertung für die eigene Arbeitszufriedenheit?

Folgt Herr K. diesem Gedanken, verhaftet er in einer vermeintlich ausweglosen Situation. Möglicherweise wird er sich dann auch irgendwann „gezwungen“ fühlen, Fehler zu vertuschen oder immer wieder Fehlzeiten in Kauf zu nehmen, um die Belastung überhaupt zu schaffen. Das würde aber dann tatsächlich seinen eigenen Befürchtungen und den Erfahrungen des anderen Kollegen im Sinne einer Sich-selbst-erfüllenden-Prophezeiung entsprechen. Das eigene Kopfkino ist dabei äußerst kreativ. Um die Macht dieser sich-selbst-erfüllenden-Prophezeiungen und die Dynamik solcher Denkverzerrungen noch besser nachvollziehen zu können, ist die „Geschichte vom Mann mit dem Hammer“ aus der „Anleitung zum Unglücklichsein“ von Watzlawick zu empfehlen. Sehr humorvoll wird dort beschrieben, wie stark die eigenen Gedanken völlig unabhängig vom Verhalten der anderen Personen Situationen beeinflussen können.

Bei Schwierigkeiten am Arbeitsplatz, die sich auf Arbeitsleistung und Arbeitszufriedenheit negativ auswirken, ist es also immer hilfreich, nicht passiv in dieser schwierigen Situation zu verharren, sondern erst einmal zu schauen, welche Dinge doch im eigenen Einflussbereich liegen. Vielen Menschen gelingt es dann sehr gut, nach kreativen Lösungen zu suchen.

Sollte genau dies aber sehr schwer fallen und Gefühle von Ausweglosigkeit und Hilflosigkeit überwiegen, ist eine Beratung sinnvoll. Zunächst einmal wird dabei geklärt, welche Schwierigkeiten überhaupt bestehen. Dann werden die Rahmenbedingungen und die eigenen Bewertungen erhoben. Abhängig vom inhaltlichen Schwerpunkt können rechtliche Rahmenbedingungen und Möglichkeiten geklärt werden oder eben psychologische Hürden in Form der oben beschriebenen Denkverzerrungen genommen werden. Idealerweise gehen diese beiden Dinge Hand in Hand, so dass Arbeitnehmer das Selbstvertrauen mitnehmen, für ihre Bedürfnisse am Arbeitsplatz auch einstehen zu können. Die Erfahrung zeigt, dass auch in vermeintlich ausweglosen Situationen Lösungen gefunden werden können.

Und manchmal hilft auch eine Beratung bei der Klärung, ob ein Arbeitsverhältnis so noch tragbar ist. Möglicherweise muss dann im Sinne der Selbstverantwortung auch über Alternativen nachgedacht werden, die der eigenen Gesundheit mehr entsprechen.

 

Ansprechpartner für eine persönliche Beratung finden Sie unter:

www.dmsg-nrw.de
www.rheuma-liga-nrw.de
www.ahnrw.de

 

Literatur: Watzlawick, P. (2009, Erstausgabe 1983). Anleitung zum Unglücklichsein. 15. Auflage, Piper-TB 4938, München.

 

Quelle: Von der Heiden, K. & Schipper, S. (2017). „Sich selbst stark machen“ – Selbstmanagement am Arbeitsplatz. Einhefter des MS-Magazins 02/2017 des DMSG-Landesverbandes NRW e.V.